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Streitfragen am Arbeitsplatz – wenn die Müdigkeit siegt

Die Arbeitswelt bietet ein breites Spektrum an Streitfragen. Oftmals entstehen zwischen Arbeitnehmern und dem jeweiligen Unternehmen Probleme, die nur durch den Einsatz eines Anwaltes für Arbeitsrecht gelöst werden können. Rechtsanwälte wie die Kanzlei Wasiela haben sich auf alle Fragen rund um die Arbeitswelt spezialisiert und stehen ihren Mandanten bei alltäglichen sowie speziellen Problemen zur Seite. Immer häufiger ist eine offensichtliche Überarbeitung eines Mitarbeiters ein ausschlaggebender Faktor, wenn es um das Entstehen eines Streits geht.

Der Konflikt

Das Arbeitsgericht Köln (7 Ca 2114/14) befasste sich im November 2014 mit einem scheinbar ungewöhnlichen Fall. Einer Stewardess, die im Bordservice einer Bahngesellschaft eingesetzt wurde, wurde gekündigt, da sie in einem Zugabteil einschlief und daher ihre Arbeit nicht pünktlich aufnehmen konnte. Dabei hatte die betreffende Mitarbeiterin bei Beginn Ihrer Arbeitsaufnahme am betreffenden Tag bereits über Unwohlsein geklagt. Sie entschied sich jedoch gegen eine Krankmeldung. Der Arbeitgeber sprach dennoch die Kündigung aus. Es sei nicht vertretbar, dass die Mitarbeiterin während der Arbeitszeit schliefe bzw. sich im Abteil ausruhe. Die Stewardess wehrte sich gegen diesen Schritt des Unternehmens und klagte.

Zwei Meinungen

Die Bahngesellschaft interpretierte das Ruhen im Wagen als eine Art der Arbeitsverweigerung und bezieht sich zudem auf ausgesprochene Abmahnungen in der Vorgeschichte der Mitarbeiterin. Diese bezogen sich auf Sachverhalte, die mit dem aktuellen Geschehen vergleichbar seien. Die Mitarbeiterin habe auch schon in der Vergangenheit einen Dienstbeginn verschlafen.

Das Urteil

Das Arbeitsgericht Köln stellte fest, dass die Kündigung durch die Bahngesellschaft unwirksam sei. Auch wenn weiterhin nicht beantwortet wurde, ob die betreffende Arbeitnehmerin ihren Pflichten, sich offiziell krank zu melden, nicht nachkam, hätte es für eine Kündigung einer weiteren Abmahnung bedurft. Das Arbeitsgericht stufte die bisher erfolgten Abmahnungen als „nicht einschlägig“ ein und grenzte diese damit deutlich vom aktuellen Sachverhalt ab. Die Kündigung der Arbeitnehmerin war damit nicht rechtskräftig und die Klage gerechtfertigt.

Die Bahngesellschaft hat jedoch immer noch die Option, Berufung gegen das Urteil einzulegen.

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