Presseinformation
Presseinformation Nr. 015 vom 04. Februar 2010
Neues zum Myelodysplastisches Syndrom (MDS): Fortbildung für Ärzte und Informationen für Patienten
Ärztliche Fortbildung am Freitag, 5. Februar 2010, und 2. Göttinger Patiententag am Samstag, 6. Februar 2010. Gründung einer Selbsthilfegruppe.

(umg) Müde und schlapp, kurzatmig und sehr blass sind Menschen, die an einem myelodysplastischen Syndrom, kurz MDS, erkrankt sind. Vor allem Menschen im Alter über sechzig sind betroffen. Die Diagnose "Myelodysplastisches Syndrom" fordert Ärzten und Patienten gleichermaßen viel Geduld und Langmut ab. Die Krankheit zu erkennen, ist immer noch schwierig und dauert manchmal lange. Auch, wenn es eine grobe Diagnose gibt, spielen viele Details eine wichtige Rolle. Sie entscheiden, ob vorhandene Medikamente wirksam sein können oder nicht und welche Therapieentscheidung für den einzelnen Patienten die beste Lösung darstellt.
Über aktuelle Behandlungsmöglichkeiten von MDS, genetische Grundlagen sowie die Perspektiven neuer Therapieansätze informiert eine wissenschaftliche Fortbildungsveranstaltung für Ärzte mit dem Titel "Genetik und Therapie Myelodysplastischer Syndrome - Update und Zukunftsperspektiven" am Freitag, dem 5. Februar 2010, im Hörsaal 542 des Universitätsklinikums Göttingen. Beginn der Fortbildung ist 16:00 Uhr. Der Schwerpunkt des wissenschaftlichen Programms liegt auf neuesten Erkenntnissen aus der sog. "Tumorzytogenetik". Themen sind die genetischen Ursachen von MDS, genetische Faktoren und deren Bedeutung für eine Prognoseabschätzung sowie neue Diagnoseansätze. Vorgestellt werden zudem neue Substanzen zur Behandlung, die sich noch in der Erprobung befinden. Mit der Veranstaltung informiert der Inhaber der Novartis-Stiftungsprofessur für "Klinische Tumorzytogenetik", Prof. Dr. Detlef Haase aus der Abteilung Hämatologie und Onkologie der Universitätsmedizin Göttingen, auch über seine Arbeitsschwerpunkte und neueste Erkenntnisse seiner Arbeitsgruppe. Für die Veranstaltung wurden Fortbildungspunkte bei der Ärztekammer Niedersachsen beantragt.
Informationen für betroffene Patienten mit MDS und ihre Angehörigen bietet der 2. Göttinger Patiententag zu "MDS" am Samstag, dem 6. Februar 2010. Die Veranstaltung findet ebenfalls im Hörsaal 542 des Universitätsklinikums Göttingen statt und beginnt um 10:00 Uhr. Der Patiententag zu "MDS" gibt Antworten auf typische Fragen von Patienten: "MDS - Was ist das? Wie stellt man es fest?" "Was habe ich zu erwarten?" "Was kann getan werden?". Themen sind neue Behandlungsmöglichkeiten bei frühem und fortgeschrittenem MDS, der Stellenwert einer Stammzelltransplantation als Therapie sowie die Behandlung von Blutarmut und Eisenüberladung. Experten sind vor Ort und beantworten Fragen. An MDS-erkrankte Patienten berichten von ihren Erfahrungen. Vertreter der Deutschen Leukämie- und Lymphom-Hilfe sowie der Internationalen MDS Foundation, USA, referieren über Hilfen, die sie anbieten können. Die Veranstaltung schließt mit einer Podiumsdiskussion über mögliche "Wege zur Gründung einer Selbsthilfegruppe". Interessierte Patienten haben hier die Gelegenheit, sich mit den Referenten dazu auszutauschen.
Myelodysplastisches Syndrom (MDS)
Als myelodysplastisches Syndrom (MDS) wird eine Gruppe von Erkrankungen bezeichnet, bei denen es zu einer Störung der Ausreifung einzelner Blutzelllinien kommt. Oft ist eine schwere Blutarmut die Folge. Pro Jahr erkranken in Deutschland rund 3.000 bis 10.000 Menschen an einem myelodysplastischen Syndrom. Im Durchschnitt sind die Betroffenen beim Ausbruch der Erkrankung bereits über 60 Jahre alt. Allerdings scheinen zunehmend auch jüngere Menschen an MDS zu erkranken. Bei 40 bis 80 Prozent der Betroffenen lassen sich Veränderungen im Erbgut von Knochenmarkszellen nachweisen, die mit der Erkrankung im Zusammenhang stehen, aber nicht vererbt werden. Bekannte mögliche Auslöser des myelodysplastischen Syndroms sind eine frühere Chemotherapie oder eine erfolgte Strahlenbehandlung. Ebenso können bestimmte Lösungsmittel, wie z.B. Benzol, MDS auslösen.
Die Diagnose "MDS" eindeutig zu stellen, ist oft schwierig. Zu unspezifisch sind die Symptome. Doch auffällig bei MDS: Bei rund der Hälfte der Erkrankten lassen sich Veränderungen im Erbgut nachweisen. Hier setzen Professor Haases Forschungen an. Er untersucht die Chromosomenveränderungen und analysiert sie genau. Ziel ist es, die Diagnosestellung eines MDS zu verbessern und eine individuelle, also personenbezogene Prognoseabschätzung zu ermöglichen. "Wie wird die Krankheit bei mir verlaufen?" Darauf sollen Ärzte künftig besser Antworten geben können.
Das ausführliche Programm der beiden Veranstaltungen finden Sie unter:
Homepage der Abteilung Hämatologie und Onkologie:
http://www.onkologie-haematologie.med.uni-goettingen.de/media/project/Exj_Einl_Goett_251109.pdf
WEITERE INFORMATIONEN
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Abt. Hämatologie und Onkologie
Prof. Dr. Detlef Haase, Telefon 0551 / 39-8891, -6313, -8535
haase.onkologie@med.uni-goettingen.de
© Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. 0551-39-9959, presse.medizin@med.uni-goettingen.de
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